Karl Greiffenstein

Karl Greiffenstein wurde am 22. Februar 1836 in Groß-Gerau geboren. Ihm wurde eine gute Schulbildung zuteil Im Herbst 1852 im Alter von 16 Jahren ging er zur Großherzoglich Hessischen Gewerbeschule nach Darmstadt, die er am 30. März 1858 mit dem Abschluss verließ. Ihm wurden im Zeugnis "lobenswerther Fleiß und vorzügliche Erfolge" attestiert. "Sein Betragen war stets musterhaft". Sein Vater Karl Friedrich Greiffenstein, bescheinigte ihm auf dem Zeugnis, dass er damals auf der damals renommiertesten Hochschule für das Bergbauwesen, der Bergakademie Freiberg in Sachsen studieren konnte

Dort begann er mit dem Studium am 28. April 1855. In seinem Zeugnis vom 4. August 1858 wurden ihm großer Fleiß und gute Fortschritte bescheinigt. Schon am 31. März dieses Jahres unterzeichnete er einen Vertrag mit der Titiribi-Schmelz-Compagnie aus Neu-Granada, dem späteren Kolumbien, für die Dauer von vier Jahren.

Dieser Vertrag verpflichtete ihn, am 17. Semptember 1858 von Southhampton in England auf einem Dampfboot nach Neu-Granada zu reisen und dort seine Arbeit anzutreten. In der damals größten Goldmine des Landes sollte er als "Probirer" arbeiten, aber auch jede andere Arbeit übernehmen, die die Compagnie von ihm verlangte. Auf eigene Rechnung durfte er keine Geschäfte machen. Auch sollte er "allen civil- und religiösen Gebräuchen auf Neu-Granada Achtung erweisen, Beleidigungen gegen dieselben .. meiden, sowie sich jeder Einmischung in die Angelegenheiten der Republik Neu-Granada gänzlich  enthalten." Dafür zahlte ihm die Compagnie ein monatliches Gehalt von 400 Franken. Karl Greiffenstein verließ im September 1858 Europa an Bord des damals größten Dampfschiffes, der "Atrato"

 

 

 In den Goldminen El Zanculo und Los Chorros in Titiribi nahe Medellin baute Karl Greiffenstein den ersten Schmelzofen nach deutschem System. Bis 1873 blieb er in Titiribi, dann ging er zur Firma Bartolome Cavas und Brüder in das Bergwerk Echadia nach Marmato. Karl Greiffenstein erwarb sich in dieser Zeit einen Namen im Bergbau, in vielen Fachbüchern lässt sich sein Name finden.

 

Nach dieser zeit als Gruben-Ingenieur gründete er eine Schifffahrtsgesellschaft am Rio Canca, die erbbedingt durch die ständigen Bürgerkriege im Land bald wieder zusammenbrach.
Er heiratete um 1880 Maria-Antonia Vélez. 1882 wird sein erster Sohn Ricardo geboren. Diesem folgen noch sechs weitere Kinder. Die Töchter Rosa und Beatriz und die Söhne Eduardo, Carlos, Guillermo und Enrique.

Sein ältester Sohn Ricardo studierte später in Darmstadt an der Technischen Hochschule. Nach seiner Rückkehr nach Kolumbien gründete er zunächst eine Glasfabrik, später eine Fabrik zur Bearbeitung von Kaffeebohnen. Er wurde Präsident der Handelskammer von Medellin und im Jahre 1926 deutscher Generalkonsul. Karl Greiffenstein starb am 23. November 1894.

Die Familie Greiffenstein ist heute über das ganze Land Kolumbien verteilt. Eine Nachfahrin, Patrizia Thorn, lebt heute in Wetzlar

 





Die kolumbischen Nachfahren von Karl Greiffenstein auf den Spuren
Ihrer Wurzeln bei einem Besuch in Groß-Gerau im Jahr 2006.

 


Karl Greiffenstein

 

 

 


 

 



Das Grabmal der Familie
Karl Greiffenstein